ASI-Sommelier-Champion: Der bescheidene Signore Castano

Der aus Sizilien stammende Salvatore Castano steht für eine neue Art von Sommelier: bescheiden und zurückhaltend. Der eher unbekannte Castano wurde jüngst Überraschungssieger des ASI-Wettbewerbs Best Sommelier Europe & Africa, in dem er sich gegen ein starkes Feld an etablierten Sommeliers durchsetzte. Castanos Auftreten im Finale auf Zypern war nahezu mühelos, und was herausstach waren die Gelassenheit und der Charme des Italieners. Der sanftmütige Castano sagt:

„Ich habe einfach versucht, ich selbst zu sein und so aufzutreten, als ob ich echte Kunden in meinem Restaurant bedienen würde. Ich wollte, dass sie, wie jeder andere Kunde auch, eine gute Zeit haben“.

Trotz seines jugendlichen Aussehens hat Castano Zeit gehabt, sein Handwerk zu lernen. Castano begann in seiner Heimat Sizilien im Alter von 15 Jahren im Gastgewerbe zu arbeiten. Nach seinem Schulabschluss reiste Castano durch die Welt und arbeitete in verschiedenen Positionen in der Branche, bevor er schließlich in London, England, landete. Obwohl er sich schon lange für Essen und Wein begeisterte, dauerte es zehn Jahre, bis Castano den Entschluss fasste, sich für die Prüfung am Court of Master Sommeliers zu bewerben.

Im Jahr 2018 schloss er die Prüfung zum Advanced Sommelier mit der höchsten Punktzahl in Europa ab. Abgesehen von der Teilnahme am Wettbewerb Best Young Sommelier 2019, der von der Chaine des Rotisseurs organisiert wurde und bei dem er den zweiten Platz belegte, hatte Castano nur begrenzte Wettbewerbserfahrung bevor er beim ASI-Wettbewerb Best Sommelier Europe & Africa an den Start ging.

Der neue Champion gab sich im Moment des Triumphs bescheiden. Castano, der derzeit als Restaurantberater für den Weinlieferanten Friarwood Fine Wines arbeitet, sagte auf die Frage, ob der Sieg sein Leben verändern würde:

„Diesen Titel zu gewinnen bedeutet mir sehr viel, da ich nach harter Arbeit und langem Studium endlich etwas Bemerkenswertes erreicht habe. Dennoch denke ich, dass ich mit den Füßen auf dem Boden bleiben muss, denn dieser Titel ändert nichts daran, wer ich bin oder woher ich komme. Das erste, was ich gelernt habe, als ich Sommelier wurde, war, immer bescheiden zu sein und die Vergangenheit nie zu vergessen.“

Hier noch einmal das Finale in voller Länge ansehen: https://youtu.be/TmiBW0BT37M

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